Über

Morgenland. Die Menschen früherer Zeiten hatten bei diesem Wort ein Traumbild vor Augen. Etwas fremdes, geheimnisvolles. Den Glanz von Gold, den Duft von Weihrauch und Gewürzen. Ein Sehnsuchtsland, zugleich unerreichbar.

Heute kann jeder in den Orient fahren. Das Traumbild aber ist verschwunden. Wer «Orient» hört, sieht Rückständigkeit, Gewalt und Terror. Natürlich ist auch das der Orient, das Morgenland. Und zugleich ist da so viel mehr.

Morgenland ist an der Seidenstraße in China und im Dschungel Nigerias. Im jemenitischen Bergdorf und im Moloch Kairo. In der pakistanischen Koranschule und im Fernsehstudio von al-Jazeera in Qatar. Morgenland  ist in den Ruinen von Samarra und bei den Glitzertürmen von Dubai. Am Maybachufer in Berlin. Und manchmal auch im Deutschen Bundestag.

All das ist morgenland. Morgenland kommentiert die Mächtigen und liest die Klugen. Hört die Sprachgewaltigen. Fragt nach. Reist, probiert, staunt. Und zeigt den Orient, in all seinen Facetten. Den Alptraum und das Traumbild. Das Morgenland.

Wichtiger Hinweis (Foto: C. Heinlein)