Delhi: Die Enge der Stadt

Von Delhi aus beherrschten Sultane und Moguln Indien. Ihre Paläste und Moscheen überragen noch heute das Gassengewirr. Doch rund um die hohen Mauern und Minarette, die weiten Gärten und ruhigen Pavillons tost das Leben einer übervölkerten Altstadt. Ein Ort, der manchmal wirkt wie vor hundert Jahren, in dem sich doch so viel verändert hat. Einblicke in das so mitreißende wie aufreibende Herz der indischen Hauptstadt.

Gedränge in den Gassen (Foto: C. Heinlein © 2008)

Das ist der erste Eindruck, wenn man die Altstadt betritt: Gewusel, Gedränge, enge, überfüllte Gassen. Dazu der Duft von Gewürzen, frischem Brot, Pakora-Teigtaschen. Der Gestank von Fäkalien und zu vielen Menschen, Hämmern, Hupen, Schreien, Bellen. Eine Explosion der Sinneseindrücke. Willkommen in Delhi.

Ein altes Zentrum (Foto: C. Heinlein © 2008)

Seit Jahrhunderten ist die Stadt ein Zentrum der Politik, der Kultur, des Handels. Ab dem 13. Jahrhundert wurden die Delhi-Sultanate von hier regiert, 1639 begann der Mogulherrscher Schah Jahan mit dem Bau seiner Hauptstadt Schahjahanabad, dem heutigen Alt-Delhi.

Die Residenz des Mogulherrschers (Foto: C. Heinlein © 2008)

Als Residenz ließ Schah Jahan das Rote Fort (Lal Qila) bauen, eine gigantische Festung, die sich einen Kilometer am Ufer des Jamuna-Flusses entlang erstreckt. Die Unesco hat das Rote Fort in ihre Weltkulturerbe-Liste aufgenommen, es ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Indiens. Nicht nur für Touristen, sondern auch für die Bewohner Delhis.

Gärten und Pavillons (Foto: C. Heinlein © 2008)

Im Innern des Palastes: Gärten, Pavillons, Kanäle. Zur Zeit der Moguln gab es in Delhis Altstadt viele Paläste, prächtige Moscheen und Parks. Davon ist wenig geblieben.

Eine übervolle Stadt (Foto: C. Heinlein © 2008)

Heute leidet die Stadt an der extremen Überbevölkerung. Seit Jahrzehnten drängen Massen von Landflüchtigen in Indiens Großstädte, auch nach Alt-Delhi. Viele Häuser sind baufällig…

Abenteuerliche Provisorien (Foto: C. Heinlein © 2008)

…die Infrastruktur marode. Doch das Leben muss weitergehen. Provisorische Lösungen sind die Regel – manche  wirken abenteuerlich.

Tosender Verkehr (Foto: C. Heinlein © 2008)

Rund um die Altstadt tost der Verkehr, wie hier in Daryaganj. Autos, Motorrad-Rikschas, altersschwache Busse und Lastwagen kämpfen um jeden Zentimeter Vorwärtskommen. Die Luft ist dick von Abgasen und dem Rauch von Kohlefeuern.

Die Stadt der Muslime (Foto: C. Heinlein © 2008)

Das Reich der Moguln ist lange vergangen, ihre Residenz Delhi ist heute die Hauptstadt der Republik Indien. In den Gassen der Altstadt aber leben noch immer viele Muslime, tönt der Ruf des Muezzin von den Minaretten der Moscheen.

Indiens größte Moschee (Foto: C. Heinlein © 2008)

Die Jami Masjid, die Freitagsmoschee von Delhi, ist die größte Indiens. Ab 1650 ließ Schah Jahan sie auf einem Hügel nahe seinem Palast errichten, mehr als 5000 Handwerker waren am Bau beteiligt.

Der Blick des Muezzin (Foto: C. Heinlein © 2008)

40 Meter ragen ihre Minarette in den diesigen Himmel über Delhi. Von oben bekommt man einen Überblick über das lärmerfüllte Gewirr aus Gassen und Häusern, das die Moschee auf allen Seiten umgibt.

Ein Ort der Ruhe (Foto: C. Heinlein © 2008)

Drinnen im Hof, umgeben von den hohen Mauern der Moschee, ist Ruhe, ist Platz. Nicht nur beten kann man hier, sondern plaudern, lesen, ausruhen.

Weiter Himmel (Foto: C. Heinlein © 2008)

So weit ist der Himmel nirgends sonst in Alt-Delhi. Die Repräsentationsbauten der früheren Herrscher sind die Gegenpole zur drangvollen Enge der Stadt – die einzigen.

Fotos: C. Heinlein © 2008

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