«Fremder Freund» – ein etwas anderer Film über den 11. September

Schöner Film:  Zwei junge Männer und das Misstrauen, das ihre Freundschaft zerstört. Geht unter die Haut – ganz ohne brennende Türme.

 

Wie ist das, wenn der Mitbewohner verschwindet? Der Kumpel, ein Technikstudent aus dem Jemen. Und dann kommt der 11. September 2001. Wo ist der Freund, warum kommt er nicht nach Hause? Niemand hat ihn gesehen, nicht die Eltern, nicht die Bekannten in der Moschee. War er nicht so seltsam in der letzten Zeit, so anders als früher? Und was war mit dem Praktikum in Pakistan? Kann man in Pakistan Praktikum machen? Ein schrecklicher Verdacht, der nicht wahr sein darf.

«Wir waren doch Freunde. Waren wir das?» Das ist die Schlüsselfrage in Elmar Fischers 2003 entstandenem Film zum 11. September. Nicht um die große Politik geht es, nicht um Terror und Geheimdienste. «Fremder Freund» erzählt die Geschichte zweier junger Männer – und davon, was Entfremdung und Misstrauen mit Menschen machen können.

Dabei bleibt er ganz nah bei seinen Protagonisten, zeigt ihre Vielschichtigkeit, vereinfacht nichts und bietet keine Erklärungen. Genau das macht die Kraft des Filmes aus. «Fremder Freund» ist ein fiktiver Zugang zum Thema islamistische Bedrohung, der mehr zu sagen hat als manche Dokumentation.

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