Schätze des Aga Khan

Es ist ein großes Ziel, die Kunst der Islamischen Welt zu zeigen. Mehr als 1000 Jahre Kulturgeschichte, ein Raum, der von Spanien bis nach China reicht. An einem solchen Ziel zu scheitern ist nicht schwer.

Der Ausstellung «Schätze des Aga Khan Museum» gelingt, was ihre Organisatoren sich vorgenommen haben. Sie zeigt die Vielfalt der muslimischen Zivilisationen und bietet einen Überblick über die künstlerischen Leistungen in der islamischen Geschichte.

Sie schafft das, weil sie auf einen enzyklopädischen Anspruch verzichtet. «Schätze des Aga Khan Museum» zeigt nicht alles, sondern stellt Glanzpunkte heraus. Und dafür bietet die einzigartige Sammlung von Karim Aga Khan IV, dem geistigen Oberhaupt der Ismailiten, einen beeindruckenden Fundus an Material: Seiten aus dem persischen «Buch der Könige», dem «Schahname» des Dichters Firdausi. Das älteste bekannte Manuskript des «Kanon der Medizin» von Ibn Sina, in Europa als Avicenna bekannnt. Eine Doppelseite aus dem berühmten «Blauen Koran». Dazu Zeichnungen, Inschriften, Gefäße, Keramik.

Etwas mehr Information an den Ausstellungsstücken hätte der Schau gut getan. Die Abfolge der Zeiten, Länder und Dynastien nachzuvollziehen ist schon anspruchsvoll genug – da muss der Besucher nicht auch noch rätseln, was ein Astrolabium ist. Sehenswert bleiben die «Schätze des Aga Khan Museum» indes auch so.

Ab 2013 wird die Sammlung im neuen Aga Khan Museum in Toronto zu sehen sein. Bis zum 6. Juni 2010 können sich die Besucher im Berliner Martin Gropius Bau ein Bild machen von den Höhepunkten der islamischen Kunst. Für alle, die sich dafür interessieren, eine einmalige Gelegenheit.

Schätze des Aga Khan Museum. Meisterwerke der Islamischen Kunst.

Martin Gropius Bau
Niederkirchner Straße 7
10963 Berlin

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