Chinas Tor zur Seidenstraße

Einst versammelten sich hier die Karawanen. Xi’an, Chinas alte Kaiserstadt, war über Jahrhunderte der Ausgangspunkt der Seidenstraße. Heute ist Xi’an eine Provinzhauptstadt, und eher für den Tourismus wichtig als für den Handel. Der Einfluss des transkontinentalen Austausches aber ist noch immer zu spüren. Morgenland zeigt Eindrücke vom östlichen Rand der Islamischen Welt.

Eine Mauer wie eine Straße (Foto: P. Heinlein © 2007)

«Westlicher Friede», das ist die Bedeutung des Namens «Xi’an». Im frühen Mittelalter, zur Zeit der T’ang-Dynastie, war Xi’an mit einer Million Einwohnern die größte Stadt der Welt. Die gewaltige Stadtmauer wurde im 14. Jahrhundert gebaut – sie ist fast 14 Kilometer lang und 12 Meter hoch. Ihre Krone ist so breit wie eine Straße.

Fortkommen in der Altstadt (Foto: P. Heinlein © 2007)

Die große Stadtmauer umschließt die Altstadt mit dem muslimischen Viertel. Die Muslime Xi’ans gehören größtenteils der Hui-Minderheit an – nach ihr hat der Islam im Reich der Mitte seinen Namen: «Hui jiào», «Religion der Hui». Der Islam war einst mit muslimischen Händlern über die Seidenstraße nach China gekommen.

Begehrte Handelsgüter (Foto: P. Heinlein © 2007)

Zu den materiellen Handelsgütern auf der Seidenstraße gehörten Gewürze aus Südostasien. Sie werden bis heute auf dem Markt im muslimischen Viertel verkauft. Das Reich der Mitte exportierte einst Glas und Keramik, Bronze und Eisen, und natürlich Seide, die dem Wegenetz seinen Namen gab. Aus dem fernen Westen kamen Gold und Edelsteine.

Brot nach orientalischer Art (Foto: P. Heinlein © 2007)

Auf dem muslimischen Markt ist das orientalische Treiben der Karawanenhandelsstadt noch immer lebendig. Eine Bäckerei verkauft Fladenbrote aus dem Tandoor-Backofen.

Süße Erinnerungen an die Seidenstraße (Foto: P. Heinlein © 2007)

Auch die orientalischen Süßigkeiten auf dem Markt erinnern an die Basare im Mittleren Osten und in den muslimischen Städten Indiens und Pakistans.

Alles für den Muslim (Foto: P. Heinlein © 2007)

In Xi’an steht eine der größten Moscheen Chinas. Was Muslime für ihre Riten und Traditionen brauchen, finden sie auf dem Markt der Stadt.

Fleisch, wie es dem Propheten gefällt (Foto: P. Heinlein © 2007)

Muslimische Metzger sind auf die Bedürfnisse ihrer gläubigen Kunden spezialisiert und verkaufen Halal-Fleisch, das den islamischen Speisevorschriften entspricht.

Fernöstlicher Schick (Foto: P. Heinlein © 2007)

Andere Waren auf dem Markt scheinen chinesischen Ursprungs zu sein, wie etwa Hundepelze. Felle gehörten allerdings schon immer zu den Exportgütern, die China über die Seidenstraße nach Westen lieferte, nach Buchara und Samarkand, nach Damaskus und Aleppo, und weiter nach Europa.

Heute Provinz (Foto: P. Heinlein © 2007)

Heute leben in Xi’an, der Hauptstadt der Provinz Shaanxi, etwa acht Millionen Menschen. Viele Touristen besuchen Xi’an wegen des Mausoleums von Kaiser Qin Shihuangdi mit seiner Terrakotta-Armee.

Ein Glaube unter vielen (Foto: P. Heinlein © 2007)

In Xi’an leben viele ethnische und religiöse Gruppen. Das Kloster Ba-Xian-An ist das größte taoistische Heiligtum der Stadt. Es ist den berühmten acht Unsterblichen (Ba Xian) der chinesischen Mythologie geweiht.

Fotos: Philipp Heinlein © 2007

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